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Das Ehepaar Eckart aus Chemnitz hat anlässlich des 10-jährigen Jubiläums ihrer Firma DWS Eckart eine Spendenaktion für KINDER des HIMALAYA e.V. durchgeführt und davor eine Reise nach Ladakh unternommen. Hier folgt der Bericht von ihrer Reise:

Unsere Reise nach Ladakh 

von Bernd Eckart
 
Warum haben wir Ladakh gewählt?Nun, wir wollten eine Gegend bereisen, die vom Pauschaltourismus noch (relativ) unberührt ist (Wer kennt schon Ladakh?), und unser Interesse für eine für uns bis dato unbekannte (buddhistische) Kultur. Beide Wünsche erfüllte Ladakh (unvorstellbar: Ein Ballermann in Leh…).

Unsere Ankunft in Delhi beinhaltete zunächst einen Kulturschock: Slums, Armut, Schmutz und ungewohntes trockenes und heißes Klima. Trotz der Besichtigung des Taj Mahal in Agra, die Ganges-Ebene ist sicher kein Ort, in dem man sich länger aufhalten sollte.

Nach 2 Tagen ging es endlich per Flugzeug weiter nach Leh. Positive Antwort einer bangen Frage: Klappt die Organisation der Tour, die wir ausschließlich per Internet gebucht hatten, einschließlich 50% Vorkasse? Fazit: kein Problem, absolut vertrauenswürdig.
Herzlicher Empfang am Flughafen, Check-in im Hotel und 24 Std. verordnete Ruhe. Diese Empfehlungen haben wir aus Respekt vor der Höhe strikt eingehalten.


Am 2. Tag wurde uns unser Guide Angchok vorgestellt, ein 27jähriger Student aus Thikse, der uns die folgenden 14 Tage begleiten sollte. Angchok, ein Glücksgriff für uns, wie sich herausstellen sollte, liebt sein Land, und stellte auch die Probleme dar, in denen Ladakh sich derzeit befindet, so z.B. Landflucht der Jugend, Verringerung der sozialen Bindungen und vieles mehr. 
Zunächst ging es für einen „full day“ nach Hemis zum Maskenfest. Dort haben sich alle Touristen eingefunden, die zu diesem Zeitpunkt in Ladakh ihren Urlaub verbringen. Für uns ein kleiner Einblick in die Kultur Ladakh´s, aber nicht ins Leben der Menschen.
In den nächsten Tagen 2 Tagen waren Klöster in der Nähe von Leh im Programm: Thiksay, Shey Palace, Stok Palace, Leh Palace, Namgyal Tsemo, Samkar sowie die moderne Shanti Stupa.


Am 28. Juni mussten wir unser Hotel frühzeitig verlassen, die Fahrt ging ins Nubra Tal, über den berühmten Khardongla Pass in 5600 m Höhe. Für uns im Vorfeld der neuralgische Punkt. Fragen – Wo soll der Rettungshubschrauber landen? – haben uns bereits im Vorfeld beschäftigt. Umso überraschender war die Ankunft am Pass: keine Kreislaufzusammenbrüche, keine Kopfschmerzen, keine Herzattacken – nichts! Als nachträgliches Fazit – es ist durchaus gesund, vegetarisch zu essen, und 16 Tage Tee anstatt Bier zu konsumieren hat mir auch nicht geschadet! Gewöhnungsbedürftig waren die Pisten, der Gegenverkehr und die zahlreichen Autowracks in den tiefen Schluchten. Unser größter Dank galt unserem Fahrer, einem Ex-Lkw-Fahrer, den weder Erdrutsche, Bäche noch Gegenverkehr aus der Ruhe brachte. Ich möchte in Ladakh nie Fahrer sein! Im Nubra-Tal angekommen, besuchten wir 2 Tage die heißen Quellen in Panamik (nicht so toll), einige örtliche Gompas, das Kloster in Diskit und übernachteten im Camp Hundar. Die Rückfahrt wieder über den Khardongla-Pass, jetzt allerdings mit weniger ängstlichen Blicken in die Tiefe.

Zurück in Leh, war am folgenden Tag ein Trip zum Pangong See angesagt. Kurz: der Anblick ein Erlebnis. Leider viel zu kurz, da An- und Rückfahrt viel Zeit erforderte. Schade, dass man als Touri nur ein Teilstück dieses Sees besuchen kann.

Der nächste Tag beinhaltete ladakhische Kultur und den Besuch des Mahabodhi-Zentrums in Leh. Der Empfang war sehr herzlich. Zwei Stunden durften wir uns umsehen: in den Schulen, im Krankenhaus, im Altersheim, in der Nunnery und im Blindenheim. Alles sehr sinnvoll, hier zu spenden. Erstaunlich, was hier binnen weniger Jahre geschaffen wurde, und beachtlich der gute Standard im Vergleich zum „Durchschnitt“. Beachtlich die Disziplin der Schüler, das erlebt man in Deutschland nicht! Man sieht und spürt, die Kinder sind mit viel Spaß in der Schule, die Zimmer sind sauber, wie der gesamte Komplex. Nebenbei: Man spricht mit viel Begeisterung über Herrn Dr. Braun und seine musikalischen Darbietungen. Fast eine Legende im Mahabodhi!

Nachmittags erlebten wir im Hotel eine Darbietung einer Folklore-Gruppe, mit Musik, Tänzen und Gesang. Sehr interessant, obwohl wir nicht einschätzen können, ob dies authentisch ist oder touristenspezifisch. Abends erhielten wir eine Einladung vom Chef des Touristenbüros zum Abendessen nach Hause, die wir gern annahmen. Mit Ausnahme der ungewohnten Sitzhaltung ein sehr angenehmer Abend, der Einblicke in die Privatsphäre der Menschen gibt. War zuerst die Atmosphäre sehr steif, nach kurzer Zeit war der Kontakt hergestellt, und viele Fragen wurden gestellt und beantwortet (mehr Fragen der Ladakhis über das Leben in Deutschland). Noch ein Hinweis am Rande: unsere Erfahrung mit der Internet-Buchung dieser Tour über ein Büro in Leh: absolut vertrauenswürdig!

Danach verließen wir Leh in Richtung Uletokpo-Camp, besichtigten das Likir Kloster, den Basgo Palace und das Ridzong-Kloster mit der Nunnery. Am nächsten Tag war eine Tour nach Dha Hanu geplant. Interessant schon allein die Fahrt entlang der tiefen Schluchten des Indus. In Dha Hanu angekommen, wurden wir von der üppigen Vegetation überrascht. Auf dem Dorfplatz kamen wir mit den Dorfältesten ins Gespräch. Auf sein Alter von 92 Jahren war er sehr stolz. Noch mehr, als ich ihm sagte, das mein Vater nur 88 Jahre alt ist. Ich sollte meinen Vater von ihm grüßen, der sicherlich der Dorfälteste in Chemnitz ist!

Danach ging die Tour, nach einer Übernachtung in Lamayuru mit Klosterübernachtung, nach Srinagar in Kashmir. Nach Aussage unseres Guides jetzt wieder ein sicherer Landstrich. Sorry, aber diesen Eindruck hatte ich nicht! Je näher wir Srinagar kamen, desto größer wurde die Dichte an Militärpräsenz. Eine Spannung über Stadt war zu erfühlen. Kashmir wurde uns von unserem Reisebüro als Paradies auf Erden beschrieben. Dem ist nichts zu entgegnen. Die Übernachtung auf einem Hausboot, die grüne Landschaft – ein tolles Land. Aber von Sicherheit kann in Kashmir keine Rede sein. Kurz: Von sicherem Tourismus ist das Land derzeit noch weit entfernt. Leider!

Fazit unserer tollen Reise: Eine Tour nach Ladakh werden wir Interessenten jederzeit empfehlen. Das Land und die Menschen sind dies wert. Allerdings sollte man sich schon vorher intensiv mit der Kultur beschäftigen, um Mentalität und Gegebenheiten zu verstehen. 

Bernd Eckart

 

KINDER des HIMALAYA e.V.